Du im Netz – legal und fair surfen

Cybermobbing

Wie manche Erwachsene (z.B. am Arbeitsplatz) leiden auch Kinder und Jugendliche unter Mobbing. Dies kann nicht nur in der Schule oder im Sportverein passieren. Auch im Internet werden nicht selten andere angefeindet oder isoliert.

Mobbing & Cybermobbing – was heißt das?

Mobbing kommt vom englischen Wort "mob". Übersetzt heißt dies so in etwa anpöbeln oder auch schikanieren. Schaut man im Duden nach, bedeutet Mobbing, andere Menschen ständig bzw. wiederholt und regelmäßig zu schikanieren, zu quälen und seelisch zu verletzen. Genauso wie im Klassenzimmer oder auf dem Schulhof passiert Mobbing in sozialen Netzwerken (facebook, SchülerVZ etc.), Chatrooms oder Portalen wie YouTube. Gerade online scheint die Hemmschwelle, andere zu mobben besonders gering zu sein. Das Opfer kann sich hier ja - anders als im direkten Kontakt - noch weniger wehren. Das Cybermobbing ist auch deshalb besonders schlimm und unfair, weil die Betroffenen hierbei nicht nur im direkten Umfeld sondern über das Internet praktisch überall bloßgestellt und verletzt werden.

Beispiele von Cybermobbing:

  • Verbreitung von Gerüchten auf facebook oder SchülerVZ.
  • Negative Kommentare zu persönlichen Beiträgen in sozialen Netzwerken.
  • Veröffentlichung von Bildern oder Videos, die das Opfer in einer unangenehmen oder peinlichen Situation zeigen.
  • Beleidigungen unter Nutzung gefälschter Profile und Forenbeiträge.

Opfer und Täter – Fakten und Zahlen

Umfang und Ausmaß des Cybermobbings bei den Digital Natives, also bei in die Online-Welt hineingeborenen Kindern und Jugendlichen sind besorgniserregend. Eine aktuelle Studie der Techniker Krankenkasse ergibt folgendes Bild:

  • 3/4 der befragten Schüler im Alter von 14 bis 20 Jahren war Cybermobbing als Begriff bekannt.
  • Fast jeder 10. Schüler gab zu, bereits schon einmal ein Cybermobbing-Täter gewesen zu sein. Mehr als doppelt so viele könnten sich zumindest vorstellen, einmal Täter zu werden.
  • Weniger als 30% der Befragten kennt niemanden, der noch nicht Opfer von Cybermobbing geworden ist.

Hilfe für die Opfer – kein Mobbing erdulden!

Im Internet fällt es besonders schwer, sich zu wehren. Dennoch sollte niemand hinnehmen, systematisch schlecht behandelt zu werden! Jeder kann und muss selbst zwischen einem schlechten aber harmlosen Scherz und und bösem Mobbing entscheiden. Wer Mobbing zu lange erduldet, läuft Gefahr sein Selbstwertgefühl zu verlieren, kann krank werden oder sich sogar etwas Schlimmes antun.

Freunde und Mitschüler von Opfern aber auch jeder andere der Cybermobbing im Internet mitbekommt, sollte eingreifen und zumindest Eltern, Lehrer oder sonstige Vertrauenspersonen informieren. Denn Weggucken ist auch im Internet unfair.

Auf der Internetseite www.nummergegenkummer.de finden Kinder und Eltern kostenlose Rufnummern für eine vertrauliche und anonyme Beratung bei Cybermobbing und sonstigen Sorgen.

Technisch sollte man versuchen, beleidigende und erniedrigende Beiträge, Fotos, Videos etc. von den Betreibern löschen zu lassen.

Vorbeugen lässt sich Mobbing in am besten dadurch, dass man sich selbst gegenüber anderen korrekt verhält und nicht zu viel über sich selbst im Internet preisgibt.

Konsequenzen für den Täter

Täter mobben aus Frust, "Spaß", Rache etc. Manchmal waren Sie selbst schon Opfer oder haben Angst Opfer zu werden. Mobbing im Internet ist nicht nur unfair sondern kann auch strafrechtliche Konsequenzen haben. Mobber verstoßen gegen eine Reihe von Gesetzen. In vielen Fällen machen Sie sich wegen Beleidigung oder Nötigung strafbar. Sie müssen also nicht nur damit rechnen, von der Schule zu fliegen; in schlimmen Fällen können Sie auch zu einer Jugendstrafe bis zur Jugendhaft im Gefängnis verurteilt werden. Außerdem können sie auf Schadensersatz und Schmerzensgeld verklagt werden.

Print