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29.08.2016

Belästigung Minderjähriger über WhatsApp und Co.

Gericht verurteilt Vater, seine Töchter zu schützen

Ein Gericht im hessischen Bad Hersfeld verurteilte einen Vater, Apps wie WhatsApp und andere von den Smartphones seiner  minderjährigen Töchter zu entfernen um sie vor „Sexting“ zu schützen. Außerdem muss der Vater mit seinen Töchtern monatlich ein Gespräch über die Nutzung der Handys führen und alle 3 Monate prüfen, welche Apps darauf installiert sind.

Zu dem Urteil kam es, weil wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung gegen einen ehemaligen Schulfreund des Vaters Anzeige erstattet wurde. Dieser soll den Töchtern Texte mit sexuellem Inhalt geschrieben haben. Diese haben die Mädchen schwer belastet und sie in ihrer Privatsphäre gestört, urteilte das Gericht.  Über die Vorwürfe gegen den ehemaligen Schulfreund  muss nun die Staatsanwaltschaft in Fulda noch gesondert entscheiden.

Gefahren durch Messenger-Programme

Das Gericht betonte, dass Messenger-Programme für Kinder und Jugendliche auch Gefahren für ihre Entwicklung und Privatsphäre darstellen können. Daher sei eine Überwachung durch die Eltern wichtig.

Durch die Entscheidung werden dem Vater seine Erziehungspflichten besonders verdeutlicht. Er ist für die Erziehung und den Schutz seiner Töchter zuständig und muss sicherstellen, dass diese nicht von außen geschädigt werden.

Belehrung des Vaters durch das Gericht

Erstaunlich erscheint es allerdings, dass der Vater erst durch die Entscheidung eines Gerichtes zur Wahrnehmung seiner Pflichten verurteilt werden musste. Nun muss er dem Richter seine Überwachung nachweisen. Es ist bedauerlich, wenn ein Gericht Eltern an ihre Pflichten erinnern muss. Gerade in diesem Fall sollte es für den Vater selbstverständlich sein, seine Töchter vor sexueller Belästigung zu schützen.

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